Effelsberg Treffen 17.7.2000

Themen:

  • Zeitplan für Encoder Tests bis Ende 2000
  • CAN-Bus Implementation wegen Kompatibilität zu ALMA
  • Datenbanken (mySQL) / CLASS Daten Archivierung
  • Datenbank / Archivsuchfunktionen
  • Umstellung der Online-Datenreduktion auf Linux PC
  • Teleskopkalibrationen
  • Standards für Empfängertests
  • Spektrallinien OTF Setup und Online Reduktion
  • Organisation der Effelsberg Webdokumentation


Teilnehmer: E. Fürst, A. Jessner, K. Menten, D. Muders, J. Neidhöfer, P. Schilke, J. Schraml
Protokoll: D. Muders
Nicht anwesend: A. Kraus (Urlaub)

  • Fürst berichtete, dass die laufenden Wartungsarbeiten am Teleskop (Maler- und Oberflächenarbeiten) bis Anfang September 2000 andauern werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Zugang zum Teleskop für Tests stark eingeschränkt. Das Teleskop kann für die Encodertests in Azimut bewegt werden, wenn keine Malerarbeiten stattfinden.
  • Schraml und Neidhöfer berichteten über die laufenden Arbeiten bzgl. Umbau der Encoderleseelktronik auf VME / VxWorks. Die Funktionalität des CAMAC AXPUG II wurde in einem VME Crate mit entsprechender Hard- und Software nachgebildet. Diese neue Lösung ist mindestens so gut wie die bestehende. Es stellte sich allerdings jetzt bei Tests des neuen Systems heraus, dass die AXPUG II Lösung gelegentlich auftretende große Anfahrgeschwindigkeiten (> 5°/sec.) nicht erfassen kann (sowohl CAMAC als auch VME). Dies führt zu Encodersprüngen, die durch eine aufwendige Setzprozedur korrigiert werden müssen.
  • Die kommerziellen Heidenhain Module haben eine ca. 150 mal höhere Leserate und können diese hohen Geschwindigkeiten ohne Probleme verarbeiten. Zu Verbesserung des Systems ist daher geplant, Heidenhain Module für die Encoderauslesung zu verwenden. Die weitere Auswertung geschieht mit dem VME-Telskoprechner, um die dynamische Selbstkalibrationsroutine von Schraml verwenden zu können. Dazu ist es nötig, die Encodersignale entsprechend aufzubereiten. Dies soll Herr Friedel durchführen. Dieses Projekt hat Vorrang vor Friedel's anderen Camac/PC Projekten.
  • Um kompatibel mit der derzeit vom ALMA Konsortium entwickelten Software zu sein, soll eine CAN-Bus Schnittstelle gemäß ALMA ICD 9 (CAN-Bus Schnittstelle und Kommunikation zwischen den ALMA Antennenprototypen und der ALMA Steuersoftware; siehe ALMA Memos) im neuen VME Encoder Crate implementiert werden.
  • Die neue Encoderlösung zur Hauptachsensteuerung soll bis Ende 2000 mit dem derzeitigen Vax-Steuersystem und dem VME-Teleskoprechner implementiert und getestet werden.
  • Schraml schlug vor, langfristig Absolutencoder statt der derzeitigen inkrementellen Encoder zu verwenden.
  • Es schloss sich eine Diskussion über das zukünftig geplante Datenbankformat für die Rohdaten (s. Protokoll des Treffens in Effelsberg am 11.5.2000) an. Die Datenbank soll Header, Backenddaten, Ergebnisse der Online Datenreduktion (Spektren, Pointing- und Focusoffsets, Atmosphärenparameter (Tau aus Skydip), Systemtemperatur, etc.), Wetterinformationen, Projektinformationen, Operateurslogs, Beobachtungspläne und Technische Daten (z.B. Teleskoptemperaturen, Empfängerdaten, etc.) als separate Datenströme mit UT Zeitmarkierung enthalten. Es soll eine Archivsuchfunktion in graphischer Form (z.B. als Java Applet) zur Verfügung gestellt werden. Die Header des bestehenden CD-ROM Archivs alter Effelsberg Daten sollen ebenfalls in dieser Datenbank zugänglich gemacht werden.
  • Schilke und Muders berichteten über ihre Tests des frei verfügbaren MySQL Datenbanksystems (www.mysql.com) unter Linux. MySQL ist ein Quasistandard. Mit einfachen, nicht optimierten C Programmen und Perl Scripts ergaben sich Datenspeicherraten von 2 MB/s. Optimierte Programme könnten u.U. höhere Raten erreichen. Diese Datenrate reicht aus, um Backenddaten aller existierenden Backends zu verarbeiten. Die zu erwartende MASCE Datenrate von 5,25 MB/s könnte ein Problem darstellen. Eventuell müssen mehrere Datenströme gleichzeitig geschrieben werden. Weitere MySQL Tests sollen durchgeführt werden.
  • Menten vertrat den Standpunkt, dass dieses neue Datenbankarchiv sowie seine Suchfunktionen zunächst nur für das MPIfR und nicht öffentlich zugänglich sein sollen. Es gibt bislang keine Regelung über Schutzzeiten für Effelsberg Daten und keinen Konsens darüber ob die Daten nach einer solchen Schutzzeit öffentlich gemacht werden sollen. Es wurde angeregt, dieses Thema im WIA zu diskutieren. Eine Vorlage soll erstellt werden (P. Schilke).
  • Neben den Rohdaten sollen ab sofort auch die durch das Online Display (EFF) erzeugten CLASS Dateien auf CD-ROM archiviert werden. Die Namensgebung der CLASS Dateien soll so geändert werden, dass Datum und Projektnummer benutzt werden (s.u.).
  • Die Organisation der existierenden Effelsberg Dokumentation auf dem Web Server soll verbessert werden. Weitere Dokumente wie z.B. über Empfänger, etc. sollen, soweit noch nicht vorhanden, auf dem Web Server zugänglich gemacht werden. Es sollen "Cookbooks" mit Beispielen für unerfahrene Beobachter und als Gedächtnisstütze für erfahrene Beobachter verfasst werden.
  • Für neue und bestehende Empfänger sollen Standardtestprozeduren erarbeitet werden, um Probleme wie z.B. Seitenbandvertauschungen zu erkennen und in der Software zu korrigieren.
 

Folgende Projekte wurden beschlossen:
 

Sofortiger / kurzfristiger Zeitplan (bis Mitte September 2000):

  • Ersetzung des derzeitigen "Ringpuffer" Schemas für die CLASS Dateien (spectra.eff, spectra.001, etc.) durch eine automatische Benennung bestehend aus Datum (TT-MM-JJJJ) und Projektnummer (NN-JJ) mit Endung 100m (Beispiel: 17-07-2000=54-00.100m) beim Start von OBSE (A. Kraus, J. Neidhöfer & D. Muders).
  • Archivierung der CLASS Dateien auf CD-ROM als Einzeldateien unter obigen Namen. Die CD-ROM's könnten direkt in Effelsberg auf dem Backend PC gebrannt werden. Alternativ könnte man die Daten per tar auf DAT Band nach Bonn transportieren und dort auf CD-ROM archivieren (TBD). Die CLASS Daten sollen mindestens eine Woche und bis zur endgültigen Archivierung in Effeslberg auf der Vax bzw. dem Backend PC verbleiben (A. Kraus, J, Neidhöfer & D. Muders).
  • Das Effelsberg LaTeX Proposal Deckblatt soll auf den MPI / Effelsberg Webservern öffentlich zugänglich gemacht werden (P. Schilke & J. Neidhöfer).
  • Vereinfachung des Zugangs zu exisitierenden Effelsbergdokumenten auf den MPI / Effelsberg Web Servern (J. Neidhöfer).
  • Die Effelsberg Beobachtungspläne sowie die Operateurslogs sollen ab sofort in elektronischer Form zugänglich sein, um diese Daten zukünftig in der Datenbank abspeichern zu können. Es müssen entsprechende Masken bzw. Programme zur Verfügung gestellt werden (D. Muders & P. Schilke).
  • Diskussion der Schutzzeiten für Effelsberg Daten im WIA (P. Schilke).


Mittelfristiger Zeitplan (bis Ende 2000):

  • Einbau und Test der vollen VME AXPUG II / Heidenhain Lösunung (Encoder Auslesung und Servo Loop für die Hauptachsen) unter Benutzung des bestehenden Vax Steuersystems (FAHREN, CONTROL, etc.) sowie des VME-Teleskoprechners bis Ende 2000 (J. Schraml & J. Neidhöfer).
  • Anschaffung eines speziellen Backend PCs (ca. 866 MHz Pentium III, 512-1024 MB RAM, SCSI Karte, mehrere 10 GB Plattenplatz (SCSI oder IDE), SCSI CD Brenner, DLT III oder IV Bandlaufwerk, 10/100 Mbps Ethernet Karte, Linux Betriebssystem; Details TBD) auf dem in Zukunft die Online Datenreduktion (EFF & Toolbox) laufen wird (E. Fürst).
  • Portierung der Online Datenreduktion auf diesen Backend PC. Die Rohdaten (TH/TP Dateien) sollen von der Vax nach jedem Subscan auf den Backend PC übertragen werden (per ftp, Socket Verbindung oder NFS). Die Reduktionsprogramme müssen ihre Befehle von SEND_DP per Socket statt VMS Mailbox erhalten (für EFF am einfachsten mit einem xterm Fenster mit Socketanbindung für Remote-Control wie für OBSE bei VLBI bzw. über socket-xterm (Muders)) (A. Kraus, J. Neidhöfer, A. v. Kap-herr & D. Muders).
  • Erstellung einer Datenbankdefinition für die derzeitigen Effelsbergrohdaten (Header und Backenddaten) basierend auf den im alten Rohdatenformat gespeicherten Werten bzw. den vorhandenen OBSINP Befehlen (P. Schilke, J. Schraml, J. Neidhöfer & D. Muders).
  • Die maximal möglichen Datenraten von MySQL bzw. anderen Datenbanksystemen sollen im Hinblick auf die zu erwartenden Datenraten des MACSE von bis zu 5,25 MB untersucht werden (P. Schilke, D. Muders, R. Lemke & A. Jessner).
  • Implementierung der Onlinereduktion von AK90 Pointings (Backend 4) in SEND_DP für EFF (J. Neidhöfer & D. Muders).
  • Die Empfängerkladden und andere nicht-elektronische Effelsbergdokumente sollen gescannt und auf dem Web Server zugänglich gemacht werden (Operateure Effelsberg & J. Neidhöfer).


Langfristiger Zeitplan:

  • Umstellung des Rohdatenformats auf Datenbankströme (J. Neidhöfer, A. Jessner, A. Kraus, P. Schilke, D. Muders & R. Lemke).
  • Umstellung der Reduktionssoftware (EFF & Toolbox) auf Datenbankzugriff (A. Kraus, D. Muders, P. Schilke & A. v. Kap-herr).
  • Implementierung der bisher archivierten Datenheader in das neue Datenbankformat (Operateure Rechnerabteilung MPI (TBD)).
  • Implementierung von Archivsuchfunktionen für das Effelsbergdatenarchiv (Zugangsberechtigungen für Header / Daten noch zu diskutieren) (NN).
  • Implementierung der Spektral-OTF Syntax wie beim HHT, um das Aufsetzen von PMAP, FMAP und FASTOTF für den Beobachter leichter und transparenter zu gestalten (D. Muders).
  • Implementierung eines FASTOTF Befehls in OBSE (D. Muders).
  • Korrektur der z.Z. fehlerhaften EFF / CLASS Spektral-OTF Onlinedatenreduktion (D. Muders & A. Kraus).
  • Benutzung des neuen CLASS OTF Formats statt Einzelspektren (derzeit wegen alter Vax Version der Grenoble Software notwendig) (A. Kraus & D. Muders).
  • Benutzung der Rohdateninformation bzgl. der Beobachtungsprozedur in EFF, um die Datenreduktion zu automatisieren (A. Kraus & D. Muders).
  • Speichern von Liniennamen in den Rohdaten bzw. Übergabe der Namen aus OBSE via SEND_DP and EFF / Toolbox (D. Muders & J. Neidhöfer).
  • Doppler Korrektur für AK90, um vernünftige Geschwindigkeitsskalen bei der Benutzung von Frequenzoffsets zu erhalten (J. Neidhöfer).
  • Debugging von EFF (z.B. Frequenzen beim Übergang von Spektral- auf Kontinuummodus und viele andere Details) (A. Kraus & D. Muders).
  • Weitere Kalibrationsmessungen der bestehenden Empfängersysteme entsprechend der existierenden Zusammenstellung von A. Kraus und weiteren festzulegenden Details wie z.B. Variationen der Empfängereigenschaften über die gesamte Bandbreite in sinnvollen Abständen (A. Kraus).
  • Technische und astronomische Tests für neue (und evtl. bestehende) Empfängersysteme (NN).
  • Schreiben von "Cookbooks" für verschiedene Beobachtungsmodi (Kontinuum, Spektrallinien, On-The-Fly Beobachtungen, Pulsare, etc.) inklusive OBSE Makrobeispielen für Standardsetups für unerfahrene Beobachter und als Gedächtnisstütze für erfahrene Beobachter (alle erfahrenen Beobachter).