22./25. Januar 1998
E. Fürst, J.
Neidhöfer
Einführung
Tests des 7 mm SFK-Empfängers wurden im
Mai, August und
Oktober 1997 von Herrn Altenhoff durchgeführt. Einige
wesentliche
Resultate sind in seiner Sammlung von gain-Kurven (9. Nov.
1997)
enthalten. Unter anderem hatte Herr Altenhoff eine
Flächeneffektivität

13%
erhalten (Mai 1997). Nachfolgende Messungen hatten zum Teil erheblich
geringere
Werte aufgezeigt, die Zweifel an der Qualität des Subreflektors
einerseits
und/oder an der Praktikabilität des Aufstellungsortes weit ab von
der optischen Achse weckte. Zudem waren inzwischen auch ca. 30% der
neuen
Paneele montiert. Diese sind in den Messungen Okt. 1997 natürlich
bereits enthalten. Es wurde der Entschluß gefaßt, den
7 mm
Empfängers (Multifrequenz-Empfänger) zu Testzwecken in die
optische
Achse zu verlegen.
Es sollte eine Vergleichsmessung bei 7 mm vor
der Verlegung
stattfinden, um Antennendiagramm, Gain-Kurve und
nochmals zu bestimmen. Diese Messungen fanden statt am 22. Jan. 1998 in
der Zeit von 14:00 - 15:00 Uhr und am 25. Jan. 1998 von 16:00 - 23:00
Uhr.
Andere Intervalle waren wegen ungünstiger Witterung bzw. fest
vereinbarten
Messungen (VLBI) nicht nutzbar. Einige Messungen wurden auch aus der
regulären
Meßnacht am 28. Jan. 1998 (Kramer) übernommen. Die Messungen
am 22. Jan. dienten zuerst der Kontrolle der Meßprogramme,
besonders
der Programme zur Erstellung der Antennendiagramme. Die Messungen an
diesem
Tag litten darunter, daß das Teleskop nicht ganz schneefrei war.
Beobachtungsprogramm
Das Beobachtungsprogramm bestand hauptsächlich in
der Aufnahme
von Cross-Scans, Kalibrationskarten und Skydips. Wegen
der
ungünstigen Lage der Beobachtungszeit hinsichtlich der Sternzeit
standen
als Kalibrationsquellen nur NGC7027, 3C84 und als schwache
Vergleichsquelle
3C48 zur Verfügung. Insbesondere war der Mond nicht sichtbar
(Neumond!). NGC7027 stellte den Hauptkalibrator mit einer
angenommenen Flußdichte
von 5.1 Jy. NGC7027 war nur bei Elevationen unterhalb von 48 o
sichtbar. Mit NGC7027 wurde der
Fluß von 3C84
bestimmt, die als stärkste Quelle zur Überprüfung der
"Gain"-Kurve
und zur Aufnahme des Antennendiagrammes verwendet wurde. Cross-Scan-Auswertung
erfolgte nur für Messungen unmittelbar nach einer Fokussierung.
Daher
konnten aus der regulären Meßnacht am 28. Jan. nur ein Cross-Scan
auf 3C84 bei einer Elevation von 77 o übernommen
werden. Alle Messungen wurden mit eine Bandbreite von 2.55 GHz
durchgeführt.
Auswertung
der Cross-Scans
3C84
Ziel der Auswertung der Cross-Scans war die
Überprüfung
von Halbwertsbreiten (HPBW) und der Gain-Kurve. Entsprechend
der
Sternzeit liegen Messungen zwischen 36 o und 77
o Elevation vor. Ein Vergleich mit den
Messungen von Altenhoff
zeigt sehr gute Übereinstimmung. Gleiche Übereinstimmung
liegt
auch bei den Halbwertsbreiten vor:
Die HPBW variiert von 18" bei 77
o bis zu 20.6" bei 36 o Elevation.
NGC7027
NGC7027 wurde als Flußeichung verwendet. Die
Flußdichte
wurde mit 5.1 Jy angenommen. Zur Bestimmung der Antennentemperatur
wurden Werte für die Temperatur der internen Kalibration ( Tcal
) angesetzt, die von Herrn Lochner ermittelt wurden: 12 K
mittels
des ersten und 11 K mittels des zweiten Kanals. Die
Kanäle
stellen die links und rechts zirkularen Anteile dar. Die
Antennentemperatur
ist also die Summe beider Kanäle. Für zwei Messungen von
NGC7027
bei Elevationen von 48 o und 45 o ergibt
sich TA = 1.48
0.1 K entsprechend einem Verhältniss
TA/S
= 0.3(K/Jy) . Für eine Elevation von 67
o ergibt sich
TA
= 1.3
0.1 K . Diese Werte stimmen in etwa mit denen von Altenhoff
überein. Aus TA kann der
Antennenflächenwirkungsgrad
(
[ % ]) bestimmt werden. Zur Berechnung von
dient die Gleichung
[%]
=
, Ao[m
2] = 2
mit Ao als effektiver
Antennenfläche und k=1.3807
10- 23 Ws/Grad.
Es ergibt sich
= 10% ohne Korrektur für die Extinktion. Mit Korrektur
ergibt
sich ein Wert von 12% (siehe nächsten Abschnitt). Das Optimum
liegt
bei niedrigeren Elevationen. Das
dort ist vermutlich nahe bei 15% .

Abb. 1: Relative
"Gain"-Kurve für 7mm SFK
Skydips
Es wurden zwei SKYDIPS gefahren bei
AZM
= 200 o und bei
AZM
= 250 o mit 5 Stützpunkten zwischen air
mass am = 3.0 und 1.0. Die Werte beider Messreihen sind
derart gleich, daß eine Mittelung sinnvoll ist. Die Werte (4 x
Antennensignal)
sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt:
| air-mass |
Kanal 1 |
Kanal 2 |
| 1.0 |
26683 |
38852 |
| 1.5 |
28155 |
41392 |
| 2.0 |
29634 |
43959 |
| 2.5 |
31015 |
46364 |
| 3.0 |
32336 |
48670 |
Die Auswertung erfolgt über anfitten der Daten mit
der Funktion
Wert = Offset + scale*(1.
- e -
*am)
wobei am die Luftmasse und
die optische Dicke im Zenit darstellen. Die Auswertung ist in Fig.2
für
die beiden Kanäle abgebildet. Die unterschiedliche Steigung
für
die Kanäle ist auf unterschiedliche Verstärkung
zurückzuführen.
Der Wert für
ergibt sich zu
= 0.098 . Der niedrige Wert wird verständlich,
wenn
man bedenkt, daß die Temperatur bei klarem Himmel unter 0 o
C lag.

Abb. 2: Auswertung
der durchgeführten "Skydips"
Zusammenfassung
"Gain"-Faktoren, die optische Dicke sowie die
Apertureffektivität
entsprechen sehr gut den Werten, die Herr Altenhoff bei seinen letzten
Messungen erhalten hat. Es hat sich keine messbare Änderung
ergeben.
Auswertung
der Maps auf Kalibrationsquellen
Ziel der Maps war die Gewinnung eines Antennendiagrammes
und die Bestimmung
des Verhätnisses Strahlungstemperatur T B [K] zu
S[Jy].
Die dafür relevanten Messungen wurden an 3C84 durchgeführt.
Die
Flußdichte von 3C84 wurde dazu an Hand von NGC7027 geeicht. 3C84
hatte bei den Messungen eine Flußdichte von
S3C84
8 Jy . Es wurden Karten von 2' Größe
zentriert auf 3C84
gemessen, wobei das Koordinatensystem SBAS 1D mit VAZM =
5'/min
verwendet wurde. Der Punktabstand der einzelnen Schnitte ist 5". Es
wurden drei Karten gemessen, die wegen der etwas ungünstigen
Sternzeit
alle bei einer Elevation zwischen 69 o und 65
o lagen. Gaussfits zeigten
"Pointing"-Differenzen
von 3" zwischen den Karten 1 und 2 bzw. 3 und 1.5" zwischen den
Karten 2 und 3. Das Mittel aus den Karten 2 und 3 zeigt Abb.3. Die
Halbwertsbreiten
in den Einzelkarten sind gleich:
Große Achse 21.0"
0.4"
,
kleine Achse 18.2"
0.4"
.
Die große Achse steht unter einem Winkel von
ca. 70 o zur Azimutrichtung. In derselben
Richtung liegen
auch Nebenkeulen,
die zum Teil ein Niveau von 10db erreichen.
Auch im Süden ist ein Nebenzipfel von 10db sichtbar. Für das
"Main-Beam" Verhältnis TB[K]/S[Jy]
ergibt sich ein Wert von 1.6.

Abb. 3: Antennendiagramm
mit 3C84 ( 8 Jy)
Cas-A
Als Test wurde eine Karte von 8'x8' mit 6" Punktabstand
in galaktischen
Koordinaten gefahren. Trotz relative guter Witterung ist bei dieser
Wellenlänge
mit nur einem "Feed" kein gutes Ergebnis zu erwarten. Abb.4 zeigt
das Ergebnis auf 30" gefaltet. Zur Flußbestimmung kann die
Messung
dienen ( 144
30 Jy). Mit entsprechendem Aufwand und hervorragenden Wetterbedingungen
mag man bessere Ergebnisse erreichen.

Abb. 4: 8'
x 8' - Testkarte von Cassiopeia A
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Juergen Neidhoefer
2/9/1998